Die Sudbury Schule
Das Schulkonzept der Sudbury-Schulen
Sudbury-Schulen tragen ihren Namen von der Sudbury-Valley-School im US-amerikanischen Bundesstaat Massachusetts, da das pädagogische Konzept dieser Schule zum Vorbild für alle Sudbury-Schulen im internationalen Raum wurde. Die erste Sudbury-Schule in Massachusetts wurde 1968 gegründet. Inzwischen gibt es über die ganze Welt verteilt insgesamt 35 Sudbury-Schulen, keine davon in Deutschland. Das liegt daran, dass das pädagogische Konzept der Sudbury-Schulen nicht mit den gesetzlichen Voraussetzungen für Schulen in Deutschland übereinstimmt. Bisher gibt es Initiativen zur Gründung von Sudbury-Schulen in Berlin, Düsseldorf, Dresden, Leipzig, München, Oldenburg, Lüneburg und Bremen. An einigen dieser geplanten Standorte wurde bereits die Genehmigung beantragt, eine Entscheidung gibt es jedoch bisher nicht. Die meisten Sudbury-Schulen gibt es in den USA und in Kanada.
Schulen, die nach einem ähnlichen Konzept arbeiten, wie Sudbury-Schulen, jedoch stärker am deutschen Schulrecht orientiert, sind die Ting-Schule in Berlin, die Freie Schule Frankfurt in Frankfurt am Main, die Freie Demokratische Schule in Freiburg, die Neue Schule Hamburg, die Freie Schule Leipzig-Connewitz und die Freie Schule Marburg.
Pädagogisches Konzept der Sudbury-Schulen
Die wichtigsten Grundlagen der Pädagogik an einer Sudbury-Schule sind Demokratie, Recht, Freiheit und Verantwortung. Dabei werden die herkömmlichen Unterrichts- und Lernmethoden in Frage gestellt und durch Selbstbestimmung der Schüler ersetzt. Die Philosophie der Sudbury-Pädagogik geht davon aus, dass Kinder und Jugendliche nicht nur mehr Freude am Lernen entwickeln, wenn sie selbst bestimmen können, was und wann sie lernen möchten, sondern ihnen das Lernen dadurch auch erleichtert wird. Gleichzeitig wird den Kindern durch dieses Konzept die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit erleichtert und die Übernahme von Verantwortung für ihr Handeln vermittelt. Schüler und Lehrer an einer Sudbury-Schule sind gleichberechtigt. Eine Schulversammlung, der sowohl Schüler, als auch Mitarbeiter der Schule angehören, tagt einmal wöchentlich und trifft nach demokratischen Prinzipien Entscheidungen, von denen die ganze Schule betroffen ist. Zur Durchsetzung dieser demokratisch beschlossenen Regeln wird ein Justizkomitee gebildet, das auf rechtsstaatlichen Grundsätzen beruht.
Diesem Konzept zufolge gibt es an Sudbury-Schulen weder einen Lehrplan, noch einen Stundenplan, keine Klausuren, Zensuren oder Zeugnisse. Den Schülern bleibt es überlassen, wie sie die Zeit an der Schule verbringen. Die Vermittlung des üblichen Lehrstoffs erfolgt nur auf Wunsch der Kinder. Es gibt weder Schulklassen noch Jahrgangsstufen. Die Kinder finden sich selbst zu Gruppen unterschiedlicher Altersstufen zusammen, wenn sie es wünschen. Schüler an der Sudbury-Schule lernen nicht nur von Lehrern, sondern auch untereinander. Die Schule erhebt lediglich den Anspruch, Kindern eine Umgebung zu bieten, in der sie ihre Persönlichkeit, ihre Kreativität und ihr Potential frei entfalten und in einer eigenen kleinen Gesellschaft leben können, die der Erwachsenenwelt gleicht.
Betreuungszeiten und Klassenstärke
Sudbury-Schulen sind Ganztagsschulen mit einer ganztätigen Betreuung. Eine vorgegebene Klassenstärke gibt es nicht, die Schüler finden sich selbst zu kleinen Gruppen zusammen.
Abschlüsse an Sudbury-Schulen
Über die Erteilung von Schulabschlüssen entscheidet an einer Sudbury-Schule die Vollversammlung aus Schülern, Eltern und Lehrern. Welche Schulabschlüsse an einer Sudbury-Schule in Deutschland möglich wären, müsste im Genehmigungsverfahren entschieden werden.
Finanzierung der Sudbury-Schulen und Elternbeteiligung
Wenn Sudbury-Schulen in Deutschland genehmigt werden, ist davon auszugehen, dass die Schulen zum Teil mit öffentlichen Mitteln finanziert würden, zu einem Großteil aber auch aus Schulgeldern, die von den Eltern erhoben werden.
Absolventen von Sudbury-Schulen
Prominente Absolventen von Sudbury-Schulen sind nicht bekannt. Es gibt jedoch eine Erhebung über die Weiterentwicklung von Absolventen der Sudbury-Valley-School, nach der 80 Prozent der Schüler eine Universität oder ein College besuchen.
Diese Schulen sind zum Beispiel Sudbury Schulen:
- Kapriole – Freie demokratische Schule
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