Die Daltonplan Schule
Das Schulkonzept der Daltonplan Schulen
Der Daltonplan ist eine Unterrichtsform, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der amerikanischen Reformpädagogin Helen Parkhurst gegen die Langeweile im Unterricht entwickelt wurde. Helen Parkhurst war Schülerin von Maria Montessori und arbeitete später eng mit der berühmten italienischen Ärztin zusammen. Sie übernahm zunächst die Montessori-Pädagogik und war sogar befähigt, in den USA Lehrer in dieser pädagogischen Methode auszubilden. Später ergänzte sie die Montessori-Pläne um ihre eigenen Entwicklungen. 1920 führte Helen Parkhurst erstmals ihre Theorie an der Public-High-School in Dalton/Massachusetts ein, so kam es zu der Bezeichnung Daltonplan.
In den USA unterrichten inzwischen viele Schulen nach dem Daltonplan. In Europa ist dieses Konzept vorwiegend in den Niederlanden und in Großbritannien verbreitet. Im deutschsprachigen Raum gibt es einige Daltonplan Schulen in Österreich. In Deutschland gab es Daltonplan-Schulen nicht, da die Entwicklung dieser Unterrichtsmethode in die Zeiten der Weimarer Republik und des Dritten Reiches fiel, eine Zeit, in der es in Deutschland keinen Sinn für freie Unterrichtsbestimmung gab. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sich die Unterrichtsmethode Helen Parkhursts in Deutschland nicht mehr durchsetzen. Aus diesem Grund gibt es bisher keine reine Daltonplan Schule in Deutschland. Das Grundprinzip des Daltonplans aber ist in andere reformpädagogische Theorien eingeflossen oder wird zumindest teilweise in den deutschen Regelschulen angewandt.
Pädagogisches Konzept der Daltonplan Schulen
Zwei wichtige Grundsätze des Daltonplan-Konzeptes sind die Abschaffung des Frontalunterrichts und die Überzeugung, dass Schüler in der Lage sind, sich Lerninhalte eigenständig zu erarbeiten. Diese Grundsätze finden sich in einem Lehrplan wieder, der sich aus verschiedenen Arbeitspaketen zusammensetzt. Jedes der Arbeitspakete ist in einzelne Anweisungen aufgeteilt und diese wiederum in vier Arbeitsteilabschnitte. Jeder Arbeitsteilabschnitt stellt den Lernstoff für eine Woche dar. Schüler können diesen Wochenplan in ihrem eigenen Rhythmus bearbeiten.
Mit der Wochenplan-Bearbeitung gehen Klassenräume einher, die jeweils für ein Unterrichtsfach vorbereitet und eingerichtet sind. In diesen Klassenräumen befinden sich alle notwendigen Unterrichtsmaterialien inklusive der Schulbücher und dort steht den Schülern auch eine Lehrkraft zur Verfügung, die ihnen bei der Bearbeitung des Wochenplans behilflich ist. Schüler, die nach dem Daltonplan unterrichtet werden, besitzen keine eigenen Schulbücher. Sie erhalten lediglich am Anfang des Schuljahres eine Aufstellung des Lernpensums, das sie sich im folgenden Jahr erarbeiten müssen. Auf diese Art wird das Lernen für Kinder interessant gestaltet und sie lernen dabei gleichzeitig, selbstbestimmt zu arbeiten. Da der gesamte Unterrichtsstoff in der Schule erarbeitet wird, gibt es an einer Daltonplan Schule keine Hausaufgaben. Die Benotung der schulischen Leistungen erfolgt in Zeugnissen anhand der vorgelegten Arbeitsergebnisse.
Kritiker dieses Lernkonzepts bemängeln, dass der schriftlichen Arbeit an einer Daltonplan Schule ein zu hoher Wert beigemessen wird und dies zu Lasten der praktischen Arbeit und eines interessenbezogenen Unterrichts geht. Zudem ist der Kontakt zwischen Lehrern und Schülern aufgrund der Fachbezogenheit stark beeinträchtigt.
Betreuungszeiten und Klassenstärke
Die Klassen an Daltonplan Schulen sind nach Jahrgängen unterteilt und setzen sich aus höchstens 20 Schülern zusammen. Daltonplan Schulen sind vorwiegend in Ländern verbreitet, in denen die Ganztagsschule an allen Schulformen üblich ist.
Abschlüsse an der Daltonplan Schule
In den Ländern, in denen es Daltonplan Schulen gibt, beziehen sie sich auf alle Schulformen. Es ist daher jeder mit den deutschen Schulabschlüssen vergleichbarer Abschluss an einer Daltonplan Schule möglich.
Diese Schulen sind zum Beispiel Daltonplan Schulen:
- Gymnasium Alsdorf
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